{"product_id":"forum-fur-osteuropaische-ideen-und-zeitgeschichte-9783838218632","title":"Forum für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte","description":"\u003cp\u003e • Author(s): Leonid Luks | Gunter Dehnert | Nikolaus Lobkowicz\u003cbr\u003e • Publisher: Ibidem Press\u003cbr\u003e • Publisher Imprint: Ibidem Press\u003cbr\u003e • BISAC: Russia \u0026amp; the Former Soviet Union\u003c\/p\u003e\u003cp\u003e\"Was hei t das eigentlich: \"rechts\" und \"links\"? Welcher dieser beiden Richtungen soll man sich zurechnen, mit welcher sympathisieren? Noch vor nicht allzu langer Zeit konnte jeder politisch informierte Mensch die erste Frage klar und eindeutig beantworten. Vor 1917 bereitete uns Russen auch die zweite Frage keine gro e Schwierigkeit, noch weniger vor 1905. \"Rechts\" - das war Reaktion, Knechtung des Volkes, ..., Unterdr�ckung der Gedanken- und Redefreiheit, Willk�rherrschaft. \"Links\" - das war die Befreiungsbewegung, geheiligt durch die Namen der Dekabristen, die Namen Belinskijs und Herzens, das hie  Fordern von Rechten, von �berwindung der Willk�r, Aufhebung der Zensur und der Jagd auf Andersgl�ubige, Sorge um die N�te der unteren Klassen, Sympathie f�r gew�hlte Gebietsverwaltungen und Geschworenengerichte, Tr�umen von einer Konstitution. \"Rechts\" bedeutete Grausamkeit, Formalismus, Menschenverachtung, Arroganz der Macht; \"links\" Menschenliebe, Sympathie f�r die \"Erniedrigten und Beleidigten\", Gef�hl f�r die pers�nliche W�rde, die eigene wie die fremde. Zweifel konnte es nicht geben, schlug doch, um mit Heine zu sprechen, bei jedem anst�ndigen Menschen das Herz links. Kurz gesagt, \"rechts\" war b�se, \"links\" war gut. All das ist verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt oder vom Wind verweht. Eine solche Ganzheitlichkeit der Gef�hle ist der jungen Generation heute nicht mehr zug�nglich, nicht einmal ihren \"linken\" Vertretern... Wie f�r alle Russen, die ihr Gewissen und ihren gesunden Menschenverstand noch nicht verloren hatten, war die Revolution von 1917 f�r mich unmittelbarer Ansto  zu einer entschiedenen \"Rechtswendung\". Nachdem aber die Eindr�cke sich gesetzt hatten, kam es zu einer neuen Entwicklung: Die Begriffe \"rechts\" und \"links\" selbst wurden immer beliebiger, zuf�lliger, sie verloren ihren eindeutigen Sinn, wurden schal und inaktuell. Sie hatten sogar etwas beleidigend Unangemessenes an sich: F�r einen Menschen, der, vom Strudel ergriffen, versucht, sein Leben zu retten, ist dies nicht die Zeit, zu �berlegen, ob er \"rechts\" oder \"links\" ist; jemand, der unter die R�uber oder die Wahnsinnigen gefallen ist, hat keinen Sinn f�r Parteienpolitik; jemand, der die Heimat verloren hat, hat alles verloren - auch den Boden, auf dem er nach rechts oder links gehen kann.\" (Aus dem Beitrag von Simon L. Frank)\u003c\/p\u003e","brand":"Ibidem Press","offers":[{"title":"Paperback","offer_id":47968869646487,"sku":"9783838218632","price":3787.0,"currency_code":"INR","in_stock":true}],"thumbnail_url":"\/\/cdn.shopify.com\/s\/files\/1\/0666\/3471\/1191\/files\/9783838218632.webp?v=1782919675","url":"https:\/\/atlanticbooks.com\/products\/forum-fur-osteuropaische-ideen-und-zeitgeschichte-9783838218632","provider":"Atlantic Books","version":"1.0","type":"link"}