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Entfernung der Antike

by Harald Tausch
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Book cover type: Hardcover
  • ISBN13: 9783484181564
  • Binding: Hardcover
  • Subject: N/A
  • Publisher: de Gruyter
  • Publisher Imprint: de Gruyter
  • Publication Date:
  • Pages: 366
  • Original Price: GBP 100.0
  • Language: German
  • Edition: Reprint 2011
  • Item Weight: 690 grams
  • BISAC Subject(s): European / German

Der Sp�taufkl�rer Fernow (1763-1808) h�lt an Denkfiguren des Klassizismus fest, f�r den Antike und Natur zu jenem erneut normativen Referenzhorizont geworden waren, innerhalb dessen sich der "ganze Mensch" zu definieren begonnen hatte. In dieser Hinsicht steht Fernows Beitrag zur �sthetik in der Nachfolge von Winckelmann und Mengs. Andererseits ist Fernow vom Klassizismus Winckelmanns durch einen epistemologischen Bruch getrennt, der es ihm nicht mehr erlaubt, "Antike" vom Grundsatz der Nachahmung her zu verstehen. Dieser Bruch, der zwischen einem mimetischen und einem produktions�sthetischen Verst�ndnis von Kunst verl�uft, wird anhand von Bedeutungsverschiebungen der kunsttheoretischen Begrifflichkeit nachgezeichnet. Bei Fernow hat sich das historische Denken der Sp�taufkl�rung, das zur Relativierung metaphysisch verankerter Wissensbest�nde angetreten war, zu einem kunsthistorischen Denken transformiert, das im Bewu tsein, den Bruch mit der Vergangenheit vollzogen zu haben, einen Stilbegriff erarbeiten mu , der nun als Problem der Darstellung zu definieren hat, was als Repr�sentation nicht mehr gedacht werden kann. Die Aufgabe, jene neue Einheit von "Darstellung" zu stiften, wird damit einem Begriff des bildnerischen Umrisses aufgegeben, der von sich aus als Einheit zu setzen hat, was nicht mehr im rhetorischen Verst�ndnis von compositio aus Teilen zusammenzusetzen ist. Fernow will autonome Kunst vom Eigenwert des signifikativen Materials her bestimmen. Diese sensualistische Aufwertung des Signifikanten trennt ihn denn auch von den Weimarer Kunstfreunden Goethe und Meyer, zu denen er in einem historischen Augenblick st� t, als diese die normativen Implikationen ihres Klassizismuskonzepts zu �berdenken beginnen. Die diskursiven Probleme, die sich aus dieser Autonomietheorie ergeben, werden insbesondere an Fernows Schriften �ber Carstens und Canova nachgezeichnet.

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