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Auf dem Staatshof

by Theodor Storm
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Book cover type: Paperback
  • ISBN13: 9783640231133
  • Binding: Paperback
  • Subject: N/A
  • Publisher: Grin Verlag
  • Publisher Imprint: Grin Verlag
  • Publication Date:
  • Pages: 52
  • Original Price: USD 18.5
  • Language: German
  • Edition: N/A
  • Item Weight: 82 grams
  • BISAC Subject(s): General

Klassiker aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Sprache: Deutsch, Abstract: Erstmalig erschienen 1891, entstanden 1858. Auszug: Die kleine Stadt, in der meine Eltern wohnten, lag hart an der Grenze der Marschlandschaft, die bis an's Meer mehrere Meilen weit ihre grasreiche Ebene ausdehnt. Aus dem Norderthor führt die Landstra e eine Viertelstunde Wegs zu einem Kirchdorf, das mit seinen Bäumen und Strohdächern weithin auf der ungeheuren Wiesenfläche sichtbar ist. Seitwärts von der Stra e, hinter dem wei getünchten Pastorate, geht quer durch's Land ein Fu steig über die "Fennen", wie hier die einzelnen, fast nur zur Viehweide benutzten Landflächen genannt werden; von einem Heck zum andern, oder auf schmalem Steg über die Gräben, durch welche die Fennen von einander geschieden sind. Hier bin ich in meiner Jugend oft gegangen; ich mit einer Anderen. Ich sehe noch das Gras im Sonnenscheine funkeln und fernab um uns her die zerstreuten Gehöfte mit ihren wei en Gebäuden in der klaren Sommerluft. Die schweren Rinder, welche wiederkäuend neben dem Fu steige lagen, standen auf wenn wir vorübergingen, und gaben uns das Geleite bis zum nächsten Heck; mitunter in den Trinkgruben erhob ein Ochse seine breite Stirn und brüllte weit in die Landschaft hinaus. Zu Ende des Weges, der fast eine halbe Stunde dauert, unter einer düsteren Baumgruppe von Rüstern und Silberpappeln, wie sie kein anderes Besitzthum dieser Gegend aufzuweisen hat, lag der "Staatshof". Das Haus war auf einer mä ig hohen Werfte nach der Weise des Landes gebaut; eine sogenannte "Heuberg," in welcher die Wohnungs- und Wirthschaftsräume unter einem Dache vereinigt sind; aber die "Graft", welche sich rings umher zog, war besonders breit und tief, und der weitläufige Garten, der innerhalb derselben die Gebäude umgab, war vor Zeiten mit patrizischem Luxus angelegt.

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