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Forum für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte

by Leonid Luks , Gunter Dehnert , Nikolaus Lobkowicz
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Book cover type: Paperback
  • ISBN13: 9783838218519
  • Binding: Paperback
  • Subject: N/A
  • Publisher: Ibidem Press
  • Publisher Imprint: Ibidem Press
  • Publication Date:
  • Pages: 168
  • Original Price: GBP 34.0
  • Language: German
  • Edition: N/A
  • Item Weight: 209 grams
  • BISAC Subject(s): Russia / General

Die gegenw�rtige junge Generation, die in den vergangenen Jahren nach dem Schicksalsjahr 1917 herangereift ist, ... kann sich wahrscheinlich die Weltanschauung und den Glauben jener Menschen nur schwer vorstellen..., deren Seele in der sogenannten "Epoche der Selbstherrschaft", d. h. vor 1905, gepr�gt wurde. ... In jener Epoche war die �berwiegende Mehrheit der Russen aus den Reihen der sogenannten "Intelligencija" von einem einzigen Glauben beseelt, hatte einen einzigen "Lebenssinn". Diesen Glauben kann man am besten als Glauben an die Revolution definieren ... Die Revolution�re warfen den Liberalen pers�nliche Feigheit vor, die sie in jedem Vermeiden revolution�rer Untergrundt�tigkeit oder im Mangel an sittlich-politischem Temperament, in der Unentschiedenheit und Halbherzigkeit im Kampf gegen die bestehende Ordnung sahen. Die Liberalen und "Gem� igten" f�hlten sich in ihrer tiefsten Seele selbst als S�nder und Schw�chlinge, als zum Heroismus der Revolution�re unf�hig. Sie hatten kein ruhiges Gewissen. Den Sozialismus oder radikalen Demokratismus grunds�tzlich zu kritisieren, w�re niemandem in den Sinn gekommen. ... Kritik am Sozialismus und Radikalismus war eine unerh�rte H�resie. ... Dar�ber hinaus erforderte ... schon die offene Vertretung einer politisch gem� igten Haltung soviel Zivilcourage, wie sie nur wenige besa en, denn nicht nur die Titulierung als "Konservativer" oder "Rechter" war eine Beschimpfung, sondern bereits die Bezeichnung "gem� igt" galt als solche. ... [Der] "Gem� igte" war der Spie b�rger, furchtsam, bar jedes Heroismus, der aus Feigheit oder Unentschlossenheit das Unvers�hnliche vers�hnen wollte, ein Wesen, das "weder hei noch kalt" ist und sich auf unzul�ssige Kompromisse einl�sst. Wie gesagt, hatten die "Gem� igten" selbst in dieser Hinsicht kein reines Gewissen, sie f�hlten sich nicht ganz frei von diesen M�ngeln. In den meisten F�llen betrachteten sie die Revolution�re wie kirchlich eingestellte Laien die Heiligen und Asketen betrachten - als unerreichbare Muster an Vollkommenheit; denn je linker, desto besser, h�her, heiliger. (Aus dem Beitrag von Simon L. Frank) (Aus dem Beitrag von Wolfgang Stephan Kissel)

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