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Konstanz Obere Augustinergasse: Ein Hinterhofquartier Und Sein Historisch-Bauhistorisches Umfeld

by Ralph Röber
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Book cover type: Hardcover
  • ISBN13: 9783954904792
  • Binding: Hardcover
  • Subject: N/A
  • Publisher: Dr Ludwig Reichert Verlag
  • Publisher Imprint: Dr Ludwig Reichert Verlag
  • Publication Date:
  • Pages: 376
  • Original Price: USD 113.0
  • Language: German
  • Edition: N/A
  • Item Weight: 1779 grams
  • BISAC Subject(s): Europe / Medieval

Nach dem 2018 erschienenen Band �ber die Konstanzer Marktst�tte (Forschungen und Berichte zur Arch�ologie in Baden-W�rttemberg Bd. 5) hat die Aufarbeitung einer zweiten gro en Konstanzer Grabung ihren Abschluss gefunden. Im Hinterhofbereich der wichtigsten Nord-S�d-Verbindung in der Stadt, der Hussenstra e, wurden 1986-1987 gro fl�chige Untersuchungen durchgef�hrt. An deren Auswertung waren zahlreiche Fachleute verschiedenster Wissenschaftsdisziplinen beteiligt. In einem breit gespannten interdisziplin�ren Ansatz erfolgt, ausgehend von der Einbettung des Quartiers in st�dtebaulicher, bauhistorischer und historischer Hinsicht durch Frank Mienhardt, Frank L�bbecke und Hilde Bibby die Auswertung der Befunde durch Ralph R�ber. Vorgelegt wird dar�ber hinaus Fundmaterial aus Leder, Glas, Keramik und Metall durch Dorothee Ade, Jori Fesser, Andrea N�lke, Ralph R�ber sowie Serge und Marquita Volken. Naturwissenschaftliche Untersuchungen von Ralf-J�rgen Priloff und Edith Schmidt zu den Tierknochen und �berresten von Insekten erlauben R�ckschl�sse auf die Ern�hrung der Bewohner, sowie den Pflanzenbewuchs und die hygienischen Verh�ltnisse in diesem Areal.
Die �ltesten Funde, darunter eine Zwiebelknopffibel, stammen aus r�mischer Zeit, sind allerdings verlagert. Trotz unmittelbarer N�he zur fr�hmittelalterlichen Kirche St. Paul erfolgte eine Aufsiedlung erst ab der zweiten H�lfte des 11. Jahrhunderts. Noch um 1300 war die Stra enfront nicht durch H�user geschlossen. Es entwickelte sich in dieser verkehrsg�nstigen Lage ein sozial gehobenes Quartier, was sich im arch�ologischen Material unter anderem durch die Reste von Schutzbewaffnung, kostbaren Gl�sern und Gef� en f�r die Destillation �u ert. Aber auch die Einfuhr von Heidelbeeren, vielleicht auch Pfirsichen, Mandeln und Maulbeeren, bis zu Luxusg�tern wie Feigen und Granat�pfeln zeigen die finanziellen M�glichkeiten der Bewohner. Im Rahmen einer allgemeinen Bl�te der Stadt in der ersten H�lfte des 14. Jahrhunderts verlangte der Bebauungsdruck die Anlage von Hinterh�usern. Ab der Mitte des 14. Jahrhunderts, in einer Zeit der religi�sen und politischen Krisen, aber auch von Hungersnot und Pest, ist ein Stillstand zu beobachten, der erst im 15. Jahrhundert �berwunden wird. Die Hinterh�fe der Wohnh�user wurden multifunktional genutzt: Als Zier- und Nutzg�rten, zur Haltung von Kleinvieh, vielleicht auch zur Aufstallung von Pferden und, wie es damals �blich war, zur Errichtung von Latrinen. Nicht nur diese, sondern auch Misthaufen, modernde H�lzer und offen zutage liegende Lebensmittelreste haben ein hohes Infektionsrisiko bedeutet, und es lie sich ein Befall der Bewohner durch verschiedene Parasiten nachweisen.

Prof. Dr. Ralph Röber, Promotion 1987 an der Westfälischen-Wilhelms-Universität, Münster. Nach mehrjähriger Tätigkeit am Westfälischen Museum für Archäologie - Fachreferat Mittelalter Wechsel als Konservator für Mittelalter und Frühe Neuzeit an das Archäologische Landesmuseum Baden-Württemberg. Von 2000-2012 als Leiter der Arbeitsstelle Konstanz in Teilzeit abgeordnet an das Landesamt für Denkmalpflege. Seit 1994 Lehrtätigkeit an den Universitäten Konstanz und Tübingen, dort 2005 zum Honorarprofessor ernannt. Initiator und Leiter des seit 1997 bestehenden Arbeitskreises zur archäologischen Erforschung des mittelalterlichen Handwerks, von 2005-2017 Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit. Zahlreiche Publikationen besonders zu Fragen der Sachkultur, des Handwerks und der Stadtgeschichte.

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