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Legasthenie: Geschichte Und Folgen Einer Pathologisierung

by Doris Bühler-Niederberger
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Book cover type: Paperback
  • ISBN13: 9783810008978
  • Binding: Paperback
  • Subject: N/A
  • Publisher: Vs Verlag Fur Sozialwissenschaften
  • Publisher Imprint: Vs Verlag Fur Sozialwissenschaften
  • Publication Date:
  • Pages: 250
  • Original Price: EUR 56.07
  • Language: German
  • Edition: 1991
  • Item Weight: 313 grams
  • BISAC Subject(s): Pediatrics

1 Einleitung: Professionelle Anspr�che an die Kindheit Das Aufkommen der Legasthenie als diagnostische Kategorie hatte weit- reichende Konsequenzen f�r den Umgang mit kindlichem Verhalten. Das ist jedenfalls die Behauptung, die ich hier vertreten werde. Neuen Be- rufsgruppen wurde der Zugang zu einem immensen Reservoir von F�llen ge�ffnet: dem Reservoir der Schule. Diese Berufsgruppen hielten dann weitere Kategorien bereit, zum Beispiel die Dyskalkulie, die psychomo- torischen St�rungen und verschiedene Kategorien, die unter dem Begriff Teilleistungsschw�chen oder Wahrnehmungsst�rungen bekannt gewor- den sind. All diese Kategorien wurden stark neuropsychologisch gefasst und verwiesen so wiederum auf weitere: auf die Hyperkinese und auf die Minimale Cerebrale Dysfunktion (respektive auf deren schweizerisches �quivalent, das Psychoorganische Syndrom). Die Zahl psychologisch begutachteter und therapeutisch behandelter Kinder stieg entsprechend an. In dieser Untersuchung waren es an verschiedenen Stichtagen mehr als zehn Prozent der Kinder, die in therapeutischer Behandlung standen. Dabei wurden lediglich die Therapien ber�cksichtigt, wie sie im Rahmen der Schule angeordnet und durchgef�hrt wurden. Man kann auf dieser Basis die Zahl von Kinder sch�tzen, die irgendwann im Laufe ihrer ge- samten Primarschulzeit eine Therapie erhalten: Zwanzig bis dreissig Pro- zent der Kinder d�rften es sein - das ist vorsichtig gesch�tzt. Auf der Suche nach einem Begriff, mit dem man das ganze Geschehen belegen k�nnte, kann man von einer Pathologisierung respektive einer Klientifi- zierung im Umgang mit kindlichen Problemen sprechen, ja sogar von ei- ner Pathologisierung der Kindheit �berhaupt. Letzteres rechtfertigt sich, wenn man das Ausmass, das diese Entwicklungangenommen hat, die Anzahl erfasster F�lle, in Rechnung stellt.

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